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Memory Spot: Bindeglied zwischen digitaler und physischer Welt

Beliebige Oberflächen, Objekte oder Dokumente können mit digitalen Informationen versehen werden

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Memory Spot: Bindeglied zwischen digitaler und physischer Welt
Die Forscher in den HP Labs haben einen drahtlosen Datenchip entwickelt, der die bislang übliche Methode zum Festhalten von Informationen auf Papier und anderen physischen Objekten revolutionieren könnte.

Der winzige HP Memory Spot Chip – kleiner als ein halbes Reiskorn – kann praktisch auf jedem Objekt angebracht oder darin integriert werden und Text-, Audio- und Videodaten aufnehmen.

Wenn Sie eine Ansichtskarte aus dem Badeurlaub schreiben, könnten Sie gleich Fotos von Ihrer Familie am Strand mitschicken. Ein Hochzeitsfoto könnte Ausschnitte aus dem Hochzeits-Videofilm oder auch eine Tonaufnahme der Trauzeremonie enthalten. Der Chip könnte in Armbänder von Krankenhauspatienten integriert werden und die medizinischen Informationen zu den Patienten speichern - um nur einige wenige der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten zu nennen.

 

Die Technologie wurde in den vergangenen vier Jahren von einem HP Labs-Team im englischen Bristol entwickelt. "Der Memory Spot Chip befreit digitale Inhalte aus ihrer Beschränkung auf die elektronische Welt der Computer und des Internets und macht sie überall um uns herum in der physischen Welt verfügbar", so der Memory Spot-Projektmanager Ed McDonnell.

Bahnbrechender Chip

Krankenhausarmband mit Memory Spot

Wie für RFID-Tags (Radio Frequency Identification) sind für den Memory Chip keine Batterien erforderlich – er wird über Induktion von den Lesegeräten mit Energie versorgt. Die Funktionsweise des Memory Spot Chips entspricht jedoch eher einem Mini-Computer als einem passiven Tag, insbesondere im Hinblick auf die Datenübertragungsgeschwindigkeit, die Datenspeicherung und die Sicherheit. Der Chip kann auch gelöscht und neu beschrieben werden.

Im Gegensatz zu RFID-Chips kann der HP Memory Spot Chip Text, Audiodaten und kurze Videos speichern. Und diese Informationen sind mit einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit abrufbar – zehnmal schneller als über die Bluetooth™ Wireless-Technologie. “Die Übertragungsgeschwindigkeit ist sogar höher als in einem Wireless LAN und die Interaktion wird rasend schnell ausgeführt", so McDonnell.

Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis Memory Spot Chips auf dem Markt erhältlich sein könnten. Bei der Herstellung großer Stückzahlen werden die Kosten wahrscheinlich relativ niedrig sein, da alle Komponenten – Antenne, Prozessor, Kondensator und Speicher – in ein einziges Siliziumteil integriert werden.

Die Prototypen der Chips sind so klein, dass sie als selbstklebende Punkte verkauft werden könnten. “Sie könnten in einem Geschäft ein Booklet mit Memory Spots kaufen. Dann würden Sie einen Memory Spot aus dem Booklet lösen und ihn auf eine beliebige Oberfläche kleben", erläutert McDonnell.

Informationen lesen und schreiben

Schreib-/Lese-Gerät für den Memory Spot Chip

Der Zugriff auf die Informationen auf einem Memory Spot Chip erfolgt über eine Schreib-/Lese-Vorrichtung, die beispielsweise in ein Mobiltelefon, einen Handheld-PC, eine Kamera, einen Drucker oder ein ähnliches Gerät integriert werden könnte. Für den Informationszugriff wird das Schreib-/Lese-Gerät an den Chip gehalten. Daraufhin wird dieser mit Strom versorgt, und die gespeicherten Daten werden sofort am Display des Mobiltelefons, der Kamera o.ä. angezeigt oder von einem Drucker gedruckt. Benutzer könnten dem Chip mit diesen Geräten auch Daten hinzufügen.

Das Lesegerät muss den Chip berühren oder sich in einer Entfernung von maximal einem Millimeter vom Chip befinden, damit die Daten übertragen werden. Zum Vergleich: Ein typischer RFID-Chip hat eine Reichweite von circa drei Metern. Da der Memory Spot einen Prozessor enthält, sind zudem Datenschutzfunktionen implementierbar.

Einsatzmöglichkeiten

Tablettenbehälter mit Memory Spot

Was wird der erste Anwendungsbereich für den HP Memory Spot Chip sein?

Den Anstoß zu dieser Erfindung gab die Digitalfotografie. Man suchte ein Verfahren, um ein Foto über einen Speicherchip, der an das Foto angebracht oder in das Foto integriert werden sollte, mit Audio- und Videodaten auszustatten. Wahrscheinlich wird der erste Anwendungsbereich für den Memory Spot jedoch ein engeres Marktsegment wie beispielsweise das Gesundheitswesen sein.

Letztendlich könnte dieselbe Technologie digitale Daten für Speisekarten, Werbebroschüren, Reisekataloge oder Fotos bereitstellen. Ein in ein Papierdokument integrierter Memory Spot Chip könnte ein Protokoll aller Korrekturen und Änderungen enthalten, die an dem Text vorgenommen wurden, sowie gesprochene Notizen und Bilder.

Und würde der vielseitige Chip am Deckblatt eines Papierdokuments angebracht, wäre es nicht mehr erforderlich, das Originaldokument zu kopieren. Bei jedem Einlesen des Memory Spot Chips in den Kopierer würde ein gestochen scharfer Ausdruck des Dokuments erstellt - unabhängig davon, wie viele Kopien erforderlich sind. Diese Anwendungsbereiche stellen eine Möglichkeit für HP dar, ein neues Geschäftsfeld im Bereich Drucker und Verbrauchsmaterialien zu eröffnen.

Denkbar sind sogar lebensrettende Anwendungen. Ein spezieller Memory Spot für Medikamente – der fälschungssicher versiegelt ist – könnte Informationen zur Herstellung und Qualität des Medikaments enthalten und letztlich die Echtheit des Medikaments gewährleisten. Ein ähnliches Verfahren ließe sich auch zum Überprüfen hochwertiger Bauteile für Maschinen und Flugzeuge anwenden. Ein Ausweis oder ein Pass mit Memory Spot Chip könnte die Vorteile der digitalen und der physischen Welt vereinen – der Komfort einer kleinen Karte für die Brieftasche mit geschützten und relevanten digitalen Informationen.

“Uns ist sehr schnell klar geworden, wie umfassend die Anwendungsmöglichkeiten sind", so McDonnell. “Die Vielseitigkeit stellt eine unserer größten Herausforderungen dar. Wir müssen entscheiden, was der erste Anwendungsbereich sein wird."

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